NABADA? NACHBADA!

Ulmer Nachbaden: Schachtel in Seenot

Ulmer Nachbaden: Schachtel in Seenot

Mit Verspätung von anderthalb Wochen nach dem traditionellen Ulmer Nabada sind am gestrigen Mittwoch Nachmittag alle 25 Insassen einer Ulmer Schachtel baden gegangen – allerdings unfreiwillig, nachdem das Fahrzeug auf Höhe des Metzgerturms gekentert war.
Bei moderaten Strömungsverhältnissen konnten sich glücklicherweise alle unversehrt und aus eigener Kraft ans nahegelegene Baden-Württembergische Donauufer retten, dieweil die Schachtel „Donauspatz“ kieloben im Wasser liegenblieb.
Entgegen anders lautender Gerüchte handelte es sich bei der Havarie nicht um eine Spontanübung der beteiligten Rettungskräfte DRK, DLRG und THW. Ebensowenig handelte es sich um eine kalkulierte Aktion, mit der auf das Schicksal der Bootsflüchtlinge aufmerksam gemacht werden sollte. Auch die Behauptung, der 73-jährige Schachtelführer habe sich womöglich von seinem  Pokémon-Go-Spiel ablenken lassen, wurde umgehend dementiert. Wie die bedröppelten Nachbader einhellig verlauten ließen, handelte es sich um eine private Vergnügungsfahrt der feucht-fröhlichen Art, mit dem besonderen Akzent auf feucht. Ob ein Wassereinbruch oder ein Navigationsfehler des Schachtelführers den „Donauspatz“ letztlich torpedierte, muss noch untersucht werden. Wie auch immer, einmal mehr zeigte sich: Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.

 

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Flüchtlingsboote

NEUES von RADIO NIRWANA (34)

Ulmer Schachtel

Was hat es eigentlich mit den berühmten ‚Ulmer Schachteln‘ auf sich? Was ist denn da drin, ist das so eine Art Überraschungsei, oder eher so etwas wie eine Mogelpackung?“

Eher wohl letzteres. Eigentlich handelt sich um den Schmähbegriff für einen bestimmten Bootstyp, der seit dem Mittelalter für Einweg-Fahrten donauabwärts eingesetzt wurde, ab dem späten 17. Jahrhundert auch für verschiedene deutsche Auswanderergruppen, die in den Ländern des südöstlichen Europa ihr Heil suchten. Noch Anfang 1800 gelangten so tausende dieser Wirtschaftsflüchtlinge bis ins Mündungsgebiet am Schwarzen Meer. Für die dortigen Anrainer war es unmöglich, die Annahme der unbestellt eingetroffenen Schachteln samt Inhalt zu verweigern: schließlich konnte man die heimatsuchenden Schwaben auf ihren Einweg-Booten nicht so einfach wieder nach Hause schicken, wie man das heutzutage gerne mit asylsuchenden Bootsflüchtlingen handhabt.“